Der Bergkristall ist eine Varietät des Quarzes. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass er die Energien anderer Heilsteine verstärken kann. Sein Name kommt vom griechischen „krystallos“, was soviel heißt wie „Eis“, was drauf zurückzuführen ist, dass er in der Antike für versteinertes Eis gehalten wurde, welches nicht mehr zu schmelzen war. Bergkristalle werden von Alters her spirituell und religiös sowie schamanisch verwendet und sollen von negativen Energien befreien. Besonders in alten Kulturen ist ihm eine große Bedeutung beigemessen worden, wie bei den Aborigines, Mayas, Kelten, tibetanischen Buddhisten und vielen mehr. Noch heute gilt er als einer der bedeutendsten Heilsteine. So wird heute der Bergkristall vielerorts als Symbol der Vollkommenheit betrachtet und wurde früher in deutschsprachigen Gegenstein „Schwindelstein“ genannt, weil man glaubte, dass durch seinen Besitz ein Schwindelgefühl geheilt werden könne.

Die Bedeutung des Bergkristalls wird auch oft im Zusammenhang mit Goethe genannt. Denn dieser hat sich ausführlich mit dem Mineral beschäftigt. Es gibt daher ein Denkmal in Tschechien, welches den Dichterfürsten zeigt, wie er einen Bergkristall in den Händen hält.

Synonyme für den Bergkristall

Strahl, Bergeis, Wassertropfenquarz, Kristall

Das Vorkommen des Bergkristalls

Der Bergkristall kommt weltweit vor, unter anderem häufig in der Schweiz und China, Österreich und Indien, Mexiko, Russland, den USA und Madagaskar sowie Arkansas, um nur ein paar zu nennen. Der weltweit größte Abbau findet in Brasilien statt, wo es die häufigsten und umfangreichsten Vorkommen gibt. Auch in Deutschland gibt es den Bergkristall, vor allem in den Alpen und im Fichtelgebirge.

Entstehung des Bergkristalls

Der kristalline Quarz in einer besonders reinen Form bildet sich hydrothermal, wenn fremdstofffreies Siliciumdioxid abkühlt und kristallisiert. Es gibt vollkommen reine Bergkristalle, die keine anderen Mineralstoffe beinhalten. Als besonders wird angesehen, dass seine Formen sehr verschieden sind. Auch ist festgestellt worden, dass sich die Entstehungsphasen über Jahrtausende hinziehen können. Die unterschiedlich sich bildenden Formen haben verschiedene Namen, wie Zepter-Quarz, Babylon-Quarz oder Faden-Quarz. Hat der Bergkristall Einschlüsse, gibt es wiederum andere Namen dafür, wie Rutil-Quarz, Aktinolith-Quarz oder Sand-Quarz.

Frühe Nachweise des Steins gibt es aus dem Mittelpaläolithikum. Ein Faustkeilblatt aus Bergkristall wurde in Südmähren gefunden. Artefakte aus dem Mesolithikum treten überdies immer wieder auf. Besonders große Funde verwendeter Bergkristalle gab es im Jochtal am Alpenhauptkamm, wo rund die Hälfte des gefundenen Inventars aus diesem Stein gearbeitet war. Als idealer Platz für die Bildung von Bergkristallen gelten Höhlen und windige Gipfel von Gebirgen.

Eigenschaften des Bergkristalls

Die Eigenschaften des Bergkristalls sind vielfältig. Auffällig ist seine weiße bis transparente Farbe. Er ist ein Kristallquarz der Oxide und hat einen glasigen Glanz. Er kann in Form von Massen, Drusen und Körnern vorkommen, sowie in prismatischen und hexagonalen Kristallen. Der Bergkristall gilt als die unverfälschte Form des Quarzes, was die Unterscheidung von anderen Varietäten möglich macht. Die Strichfarbe ist auch hier – wie bei sehr vielen Edelsteinen- weiß. Der Stein lässt sich nicht oder nur unzureichend spalten, daher gilt die Bruchstelle als muschelig und spröde. Er hat eine Härte von 7, was auf der bis 10 Punkte reichenden Skale eine hohe Härte bezeichnet.

Der Bergkristall kann in Flußsäure gelöst werden. Bei einer Erhitzung auf über 300 Grad ändert das Mineral seine Farbe; wobei dies durch Röntgenstrahlen rückgängig zu machen ist. Bei einer Bestrahlung mit Radium wird der Stein rauchfarben.

Wirkungen des Bergkristalls

Wirkungen des  Bergkristalls als Heilstein

Auf den Körper kann der Bergkristall wirken, wenn die Haut Probleme macht. Ob allergische Reaktionen, Neurodermitis oder Juckreiz, Wunden oder Sonnenbrand – der Bergkristall kann helfen. Es wird ihm eine besondere Wirkung nachgesagt, wenn es um Krampfadern und Gürtelrose geht, Insektenstiche und eine Stärkung der Sehkraft. Außerdem wird er bei Schmerzen eingesetzt. Hier ist das Feld groß – von Kopf- über Ohrenschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Magen-sowie Rückenproblemen, Verspannungen und Probleme mit den Gelenken bis zu Bandscheibenschwierigkeiten. Bei Kindern hilft er besonders gegen Übelkeit beim Autofahren.

Auch auf die Verdauung soll er eine positive Wirkung haben; bei Gallensteinen und Zahnfleischentzündungen, Venenentzündungen und Kreislaufbeschwerden helfen. Zudem stärkt er die Abwehrkräfte und hilft bei Temperaturempfindlichkeiten.

Er sorgt für eine gute und vor allem gleichmäßige Durchblutung und reinigt die Gefäße von schädlichen Ablagerungen.

Wirkungen auf Seele und Gefühl

Auch seelisch kann der Stein unterstützen. Ob Schwäche oder Selbstmitleid, depressive Verstimmungen und Schreckhaftigkeit, Süchte und Blockaden – hier wird der Stein eingesetzt.

Der Stein wird dem Scheitel-Chakra zugeordnet. Die astrologische Hilfe ist er für Löwe, Steinbock, Wassermann und Jungfrau. Angeblich besitzt er je nach Form eine andere Heilwirkung. Je größer der Stein ist, um so besser für seine Wirkung. Man sagt, dass rohe, nicht geschliffene Bergkristalle eher die Yang-Energie in sich vereinen, die bearbeiteten Steine aber die Yin-Energie. Außerdem sollen spitze Steine mit dieser Spitze nach unten getragen werden. Exemplare, die zwei Spitzen haben, wirken kräftiger als solche mit nur einer.

Wirkungen für den reinen Geist

Er fördert die Wahrnehmung, Selbsterkenntnis und Vernunft, sorgt für besseren Realitätssinn und bringt seinem Träger Energie sowie ein besseres Gedächtnis. Der Stein kann helfen, sich und andere mit einer klareren Wahrnehmung zu sehen. Er soll den Gerechtigkeitssinn schärfen und sorgt für ein besseres Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Zudem besagt eine Legende, dass der Bergkristall in Form einer Spitze als Kette über der Kleidung getragen, eine starke Wirkung als Schutzstein vor dunklen Energien hat. Dazu sollte er auf Höhe des Solar Plexus angebracht werden, wie es bei den Hohepriestern üblich war.

Verwendungen des Bergkristalls

Aufgrund seiner außerordentlichen Reinheit wird der Bergkristall für die Herstellung optischer Gläser benutzt. Dazu muss er beschliffen werden, und eignet sich zudem als Prisma, da die Lichtbrechung hervorragend ist. Auch ist er in der Industrie von Bedeutung, da er in der Glasherstellung als Grundmaterial dient. Die Keramikindustrie kann ebenfalls von diesem Stein profitieren; doch die außerordentliche Leucht-und Brechkraft des Bergkristalls hat ihn mit speziellen Schliffvarianten versehen, zu einem beliebten Schmuckstein gemacht. Nach dem entsprechenden Schliff gilt er als dem Diamanten ähnlich. Allerdings bleibt dieser die unangefochtene Nummer 1; auch im Preis. In der Schmuckindustrie üblich ist der Regenbogenkristall. Dieser ist jedoch kein natürliches Vorkommen, sondern das Ergebnis einer Bearbeitung im Labor. Dabei wird der Stein mit Gold bedampft und bekommt dadurch einen metallischen Farbton, der bei bestimmten Lichteinfällen in den Farben des Regenbogens erscheint.

Für die Verwendung als Heilstein kann er am Körper aufgelegt werden, wird in der Hosentasche mit sich geführt oder zur Meditation verwendet. Die Herstellung von Heilsteinwasser ist ebenfalls zu empfehlen, welches dann getrunken wird. Aufgestellt wird der Bergkristall auch zur Energetisierung von Räumen und wird vor allem genutzt, um die Wirkung anderer Steine zu verstärken. Leidet man unter starkem Durst, hilft der Stein, wenn er unter die Zunge gelegt wird. Übrigens soll es helfen, den Stein fein zu zerstoßen und mit Honig zu vermischen, den man dann stillenden Frauen gibt. Sie bekommen dann mehr Milch.

Vorsicht ist geboten, wenn der Stein in praller Sonne liegt – ein Bergkristall kann bei hoher Temperatureinwirkung springen.

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