Meist nur kurz „Lapis“ genannt, ist dieses blau glänzende Mineralgemisch ein beliebter Schmuckstein. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Stein“ (Lapis). Das mittellateinische Wort lazulum für „blau“ ist ebenfalls enthalten.

Bedeutend ist der Stein nicht nur als Schmuck – vor allem in zurückliegenden Jahrhunderten war es als Pigment vielfältig in die Kunst und die Herstellung von Produkten vieler Art involviert. (Siehe Verwendung des Lapislazulis.)

Synonyme für Lapislazuli

Blauspat, Blaustein, Bergblau, Lasurstein, Lasurspat, Ultramarin, Klaphrotin, Lazurit

Das Vorkommen des Lapislazulis

Unter den Fundstätten des Steins ist eine von besonderer Bedeutung: Afghanistan. Hier, westlich des Hindukuschs, sind die größten Vorkommen entdeckt worden, die allerdings in die Wirren des Bürgerkrieges involviert waren/sind. Weitere Funde gibt es in Russland, vor allem am Baikalsee. Außerdem in Chile, im Pamir und im Iran sowie in Kalifornien und Arkansas.

Entstehung des Lapislazulis

Der Stein entsteht durch Metamorphose und metasomatische Vorgänge. Das umgebende Material ist dabei Marmor oder auch Gneis. Oft sind noch andere Mineralien beteiligt, wie Schwefel oder Apatit. Gefördert wird der Stein dadurch, dass die Gesteinsmengen mittels Feuer und plötzlichem Abkühlen gesprengt werden, oder aber durch Sprengstoff. Dann bekommt das Gestein Risse und die wertvollen Steine können herausgeklopft werden. Das Mineralgemisch Lapislazuli besteht zum größten Teil aus Lasurit, Pyrit und Caleit. Man geht davon aus, dass der Stein sich bildet, wenn Kalk zu Marmor umgewandelt wird.

Es gibt sehr alte Belege für den Lapislazuli bzw. dessen Abbau und die Verarbeitung zu Schmuck. So aus der Zeit von etwa 5.000 v.Chr. Aus früheren Zeiten wurden sogar Werkzeuge aus diesem Material gefunden – etwa Glätter und Stößel.

Eigenschaften des Lapislazulis

Der Lapislazuli kommt immer blau vor, wenn auch unterschiedlich intensiv. Die Kristalle sind nicht mit bloßem Auge erkennbar. Der Stein ist undurchsichtig und hat einen fettig matten Glanz. Hat er weiße Flecken, sind dies Calcit-Flächen. Diese werden mitunter mit Paraffin behandelt, damit sie ebenfalls blau sind und somit der Stein einen höheren Wert hat. Begehrt sind die Exemplare, die goldene Einsprenkelungen haben, die durch Pyrit entstehen. Die Strichfarbe des Steins ist hellblau. Der Stein kann nicht sauber gespalten werden, es entstehen muschelige Bruchflächen. Die Härte liegt zwischen 5 und 6, wobei die Dichte 2,4 bis 3 beträgt. Lapislazuli fluoresziert weiß. Die Farbe kann verändert werden durch den Kontakt mit Lauge, Fetten und hohen Temperaturen, wobei Salzsäure einen Geruch von Schwefelwasserstoff bewirkt.

Wirkungen des Lapislazulis

Wirkungen des Lapislazulis als Heilstein

Der Heilstein Lapislazulis senkt den Blutdruck und sorgt für ruhigen und erholsamen Schlaf. Der Stein soll eine schöngeistige Atmosphäre schaffen und Selbstvertrauen schenken. Der Lapislazulis wirkt auf die Drüsen im Körper und hilft bei Erkrankungen von Mandeln bzw. Rachenraum. Er kann Krämpfe lösen und hilft daher bei Kopfschmerz, Gliederschmerzen und beugt Hautkrankheiten vor. Da er Ablagerungen in den Gefäßen vermindert, ist er gut als Vorbeugung gegen Schlaganfälle und Infarkte geeignet. Außerdem kann der Stein die Schilddrüse unterstützen und bei Insektenstichen helfen und stärkt die Sehkraft. Zudem lindert der Lapislazuli Krankheiten, die durch Verkalkungen hervorgerufen wurden.

Wirkungen auf Seele und Gefühl

Der Lapislazuli gilt als Stein der Herrscher. Man sagt, dass er um so wertvoller sei, je dunkler sein Blau ist. Deshalb soll man auch für die psychische Wirkung dunkelblaue Steine nutzen. Er soll Ruhe vermitteln und die Aufmerksamkeit focussieren. Der Träger hat es leichter, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und keine Angst davor zu haben. In Gesprächstherapien wird er gern eingesetzt. Außerdem hilft er Menschen, die sich schlecht im Alltag organisieren können, sodass ihnen die Arbeiten leichter von der Hand gehen. Der Stein hilft bei Problemen mit der Konzentration und beim Lernen. Der Lapislazuli wird den Tierkreiszeichen Schütze und Jungfrau zugeordnet. Diese erhalten eine bessere Selbsteinschätzung, wobei Fisch, Steinbock und Wassermann ebenfalls davon profitieren.

Wirkungen für den reinen Geist

Man sagt dem Lapislazuli nach, dass er einige Eigenschaften des Menschen verstärken kann, wie Feinfühligkeit, Wahrheitsliebe und Ehrlichkeit. Außerdem nimmt er Ängste und fördert den Gemeinschaftssinn. Des Weiteren soll er belebend und konzentrationsfördernd auf den Geist wirken. Die Chakrazuordnung gibt dem Stein eine Wirkung auf das Dritte Auge. Er hat intensive Kräfte auf Kehl-und Stirn-Chakra. Außerdem werden dem Stein starke mediale Kräfte zugesprochen. Die dunkelblauen Steine erwärmen schnell die Seele und den Geist. Manche Exemplare sind mit goldfarbenen Einsprenkelungen versehen. Diese gelten als besonders wertvoll zum Meditieren.

Verwendungen des Lapislazulis

Nachweislich wurde der Lapislazuli schon seit ungefähr 7.000 Jahren als Schmuckstein genutzt. Auch beim Schmuck von architektonischen Werken und Kirchen-Alltären taucht der Stein immer wieder auf. So wurde um 1700 der Altar der St. Ignatius-Kapelle in Rom mit Säulen aus diesem Gestein geschmückt. Außerdem wurde eine Kugel eingesetzt, die aus Lapislazuli besteht und die Erdkugel symbolisieren soll. Nachdem diese Kugel lange als größtes Bauwerk aus diesem Gestein galt, geht man heute davon aus, dass es sich „lediglich“ um einen mit Lapislazulis versetzten Mörtel gehandelt haben könnte. Auch im Orangerieschloss in Potsdam gibt es Zimmer, in denen die Möbel mit diesem Stein verziert wurden. Der größte jemals geförderte Lapislazuli wog roh über 18 Tonnen. Er stammte aus Chile und wurde Ende des 20. Jahrhunderts zum Wasserwellen-Lebens-Brunnen in Wien.

Auch als Pigment für die Farbgestaltung spielt Lapislazuli eine Rolle. die leuchtende und lichtbeständige blaue Farbe wurde schon in der abendländischen Kunst vielfältig eingesetzt. In der Zeit der Renaissance war der Wert des Pigments etwa dem des Goldes entsprechend, was erklärt, warum es an zahlreichen Kunstwerken nur sehr sparsam eingesetzt ist.

Ebenfalls bekannt ist die muslimische Architektur in Zentralasien, die oft mit diesen leuchtend blauen Farben gefliest worden ist. Außerdem ist die Farbe Bestandteil vieler Töpferwaren des 13. und 14. Jahrhunderts, und auch des Meißner Porzellans aus dem 18. Jahrhundert. Erst als im Jahr 1828 das synthetische Ultramarin erfunden wurde, verlor das Pigment aus Lapislazuli seine Bedeutung.

Heute wird das Pigment nach wie vor von Restauratoren benötigt, obwohl es noch immer recht teuer ist. In Asien, vor allem in Arabien, wird es dagegen nach wie vor verwendet und es besteht ungebrochen hohes Interesse daran. In der Antike, so sagen Überlieferungen, wurde das Pigment auch als Kosmetik bzw. Schminkfarbe benutzt.

Als Heilstein angewendet wird er, in dem man ihn auf die betroffene Stelle auflegt. Auch kann man ihn als Schmuck lange Zeit am Körper tragen. Edelsteinwasser lässt sich daraus ebenfalls gut herstellen – es hilft besonders effektiv, wenn es auf nüchternen Magen getrunken wird.

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